Mitglied des Badischen und Deutschen Sängerbundes - Inhaber der Zelterplakette

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Viel Applaus für breites Melodienspektrum
GV1864 Untergrombach überzeugte mit zwei Chören und klangschönen Interpretationen

Freunde des Chorgesangs hatte der GV 1864 Untergrombach zu seinem Frühlingskonzert in die Aula der Joß-Fritz-Schule eingeladen und fast mehr als fassbar waren gekommen. Dabei entsprach die Vielfalt des Dargebotenen ganz und gar der frühlingshaften Buntheit der erwachenden Natur, reichend vom romantischen Chorlied, dem deutschen und ausländischen Volkslied, über Spirituals und Gospels bis zum Schlager und Perlen der Popmusik.
Dabei fügte Chorleiter Rainer Kneis, aus dessen Feder zahlreiche der Arrangements stammten, ein breites Spektrum schöner Melodien zu einem überzeugenden Hörerlebnis zusammen. Die Programmfolge eröffnete der gemischte Chor des GV 1864, der seine beachtliche Qualität bereits einleitend mit dem bekannten Grand-Prix Siegertitel von 1979 "Halleluja" unter Beweis stellte und in den folgenden Chorliedern, die unter anderem von roten Lippen sangen, die man küssen soll, und Paris als Stadt der Liebe entdeckten, diesen Eindruck noch zu verstärken vermochte. Dass in diesem Kontext auch die "Frühlingsliebe" des weniger bekannten Romantikers Moritz Hauptmann zu überzeugen wusste, verdankte das Chorstück seiner klangschönen Ausdeutung.
In einem weiteren Programmblock startete der Chor eine Reise rund um den Globus und besuchte in fünf Liedern dabei Polen, wo die Mazurka lockte, Mexiko mit dem typischen Rhythmus der Cucaracha, Südafrika, wo der Bauer so schwungvoll reitet, und Dalmatien mit seinen von slawischem Flair geprägten Weisen.
Dazwischen hatte "Sempre Verde", der jüngere Chor des GV 1864, seinen Auftritt. In fünf Chorliedern aus dem Unterhaltungsbereich besang die Formation die Liebe und unterstrich durch die sichere Diktion und klare Tongebung, dass sie auch in Zukunft dem Anspruch ihres Namens "Immer grün" gerecht werden können. Zu einem Intermezzo besonderer Art wurde der Auftritt des Männer-Doppel-Quartetts unter der Leitung von Vizedirigent Otto Geßler, wobei überaus angenehme Erinnerungen an die glorreichen Männerchorzeiten früherer Jahre wach wurden. Die acht Herren sangen in klangsprachlicher Durchsichtigkeit und ausgewogenem Stimmklang ein badisches Volkslied und das bekannte "Schifferlied" von Friedrich Silcher. Dass es dem Verein auch an qualifizierten Solostimmen nicht mangelte, zeigte Gerhard Klein zunächst mit dem "Lied des Postillon" von Adolph Adam und dann zusammen mit Fritz Reißner beim Duett Kezal - Hans aus Smetanas Oper "Die verkaufte Braut".
Der nächste Auftritt des GV 1864 Chores gehörte ganz der Unterhaltungsmusik. Nach dem Evergreen "Oh, Donna Clara", begeisterte das fünfteilige "Udo-Jürgens-Medley" Publikum und Ausführende gleichermaßen, während Sempre Verde Spirituals und Gospels folgen ließ. Der Chor zollte dabei der besonderen Harmonik und Rhythmik dieser von amerikanischen Sklaven entwickelten Gesangskunst durch eine swingende Atmosphäre eindrucksvoll Tribut. Ein Beatles-Medley rundete die Auftrittsfolge nachhaltig ab. Auch hierbei erwies sich Rainer Kneis als äußerst versierter Begleiter am Klavier. Beim Konzertfinale vereinigten sich beide Chöre zum Vortrag zweier Spirituals und bewiesen damit, dass Masse auch Klasse haben kann. Lang anhaltender Beifall war der Lohn dafür. 
Rudolf Rolli

Mit freundlicher Überlassung der Badischen Neuesten Nachrichten

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